Jungen als Opfer

Genitalverstümmelung von Jungen zwischen Medizin, Ritual und Kommerz

Brutale, entwürdigende Erziehungsmethoden, massiver sexueller Missbrauch, Erniedrigung, Vergewaltigung durch Erzieher und ältere Mitschüler, die zuvor selbst gedemütigt und rücksichtslos misshandelt worden sind – was die deutsche Öffentlichkeit im Frühjahr 2010 mit Abscheu und Entsetzen zur Kenntnis nimmt, ist ein seit Jahrzehnten funktionierender Teufelskreis aus Gewalt, Einschüchterung, Angst und Schweigen.

Es geschah hinter verschlossenen Türen, hinter Klostermauern, in Internaten und Schulen. Ob „Regensburger Domspatzen“ oder Odenwaldschule – der sexuelle Missbrauch von Jungen ist alles andere als eine Randerscheinung!

Das Leid von Jungen wird in unserer Gesellschaft nur selten wahrgenommen. Der gegenwärtige Aufschrei ist da eine Ausnahme, weil die Opfer selbst den Mut hatten, ihre Peiniger offen anzuklagen und das Schweigen zu brechen.

Doch sexuelle und körperliche Gewalt gegen Jungen hat viele Gesichter. Die Beschneidung der männlichen Genitalien ist eines davon. Jungenbeschneidung geschieht nicht nur irgendwo weit weg – sie geschieht hier und heute!

Die Beschneidung der Vorhaut – in Deutschland ist sie oft ein willkommenes Zubrot für Mediziner, die von Salbe nichts hören wollen und für plastische Operationen nicht qualifiziert sind.

In Übersee machen Pharma- und Kosmetikkonzerne das große Geschäft mit der Vorhaut und den Schmerzen neugeborener Jungen. Gravierende OP-Komplikationen und sogar Tote werden dafür in Kauf genommen.

In Afrika und Australien ist Jungenbeschneidung ein grausames Ritual, das jährlich viele Tote fordert, und Juden und Moslems tragen ausgerechnet in der Unterhose ein identitätsstiftendes Symbol, auf das man(n) keinesfalls verzichten kann.

Und so haben Erwachsene weltweit ihre Gründe, an der beinahe schon selbstverständlichen Verstümmelung kindlicher Penisse festzuhalten. Einer entschuldigt sich damit, dass es „die anderen“ ja auch tun. Die einzigen, die bei all dem nicht gefragt werden, sind die Jungen selbst!

 

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