Weibliche Genitalverstümmelung, Mädchenbeschneidung, Infibulation

Daran, dass die Beschneidung der weiblichen Genitalien ein nicht zu rechtfertigender, entwürdigender, gefährlicher und extrem schmerzhafter Eingriff in die körperliche, sexuelle und persönliche Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen ist, gab es auch bislang kaum Zweifel. Menschenrechtsorganisationen protestieren aufs Schärfste gegen diesen barbarischen Brauch. FORWARD nennt allein 28 afrikanische Staaten, in denen bis zu 98 % der weiblichen Bevölkerung beschnitten sind. Die Zahl der weltweit Betroffenen wird auf 138 Millionen geschätzt. Schwerpunktregionen sind außer dem schwarzen Kontinent auch Teile des Nahen Ostens sowie zahlreiche Länder, in denen diese furchtbare Praxis durch Migration „eingeschleppt“ wurde.

Gründe dafür, dass diese Tortur nach wie vor praktiziert und von vielen Betroffenen sogar akzeptiert wird, sind u.a.:Es gibr keine rationalen Gründe für die Beschneidung von Mädchen - die Folgen sind aber verheerend

  • religiöse Überzeugungen,
  • die Familienehre (Nicht beschnitten zu sein wird als Schande für die gesamte Familie interpretiert.)
  • der Versuch, Jungfräulichkeit und Keuschheit dadurch zu gewährleisten, dass man durch Verstümmelung oder Zerstörung der Genitalien das Empfinden sexueller Lust verringert oder unmöglich macht,
  • Steigerung der sexuellen Lust des Mannes,
  • überlieferte Bräuche oder Aberglaube, deren Überwindung sowohl den betroffenen Mädchen und Frauen als vor allem auch den daran verdienenden Beschneiderinnen schwer fällt,
  • Angst vor Ächtung durch die Gemeinschaft,
  • Angst, die althergebrachten Sitten zu verletzen, die Gebärfähigkeit einzubüßen u. ä.,
  • Schönheitsideale,
  • Hygiene.

Es handelt sich durchweg um irrationale Gründe, die einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und die körperliche Unversehrtheit eines Mädchen oder einer Frau auf gar keinen Fall rechtfertigen.

Die Folgen der schweren Formen weiblicher Genitalverstümmelung sind verheerend.

Sie gehen mit einer immens hohen Todesrate einher. Extreme Schmerzen, Abszesse im Beckenraum, Blutvergiftung, Gebärmutter- und Vaginalentzündungen sowie akute Menstruationsprobleme sind die häufigsten unmittelbaren Folgen des Eingriffes. Dazu kommen Spätfolgen, wie Frigidität, teilweiser oder vollständiger Verlust der sexuellen Sensitivität und des Lustempfindens im Genitalbereich, Komplikationen in der Schwangerschaft und enorme Schmerzen und Probleme bei einer Entbindung - bis hin zum Tode von Mutter und Kind. Katastrophale hygienische Bedingungen bei den Eingriffen erhöhen die Risiken zusätzlich. So kann es zu HIV-Infektionen durch Benutzung derselben Instrumente bei mehreren Mädchen/Frauen kommen. Nicht selten werden Glasscherben, Taschenmesser, Rasierklingen, einfache Scheren und sogar Dosendeckel benutzt.

Meist übersehen werden die gravierenden psychischen Folgen, die  höchst schmerzhafte körperliche Verletzungen im Allgemeinen und an den Geschlechtsorganen im Besonderen hinterlassen.

 

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