| Routinebeschneidung in der DDR? |
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Kommen wir zu einem anderen, bislang unbekannten Kapitel der „politischen Medizingeschichte“, das den sprichwörtlichen amerikanischen Geschäftssinn zumindest ahnen lässt: Die „Rechtfertigung“ dafür war damals so irrational wie heute: Man wolle damit (Penis-) Krebs vorbeugen, heißt es in entsprechenden Unterlagen – einer Krankheit, die extrem selten auftritt und wenn, dann fast ausschließlich im hohen Alter. Die Beschneidungen in der DDR-Hauptstadt endeten abrupt im Jahre 1962. Die einzige von den Amerikanern zur Verfügung gestellte Gomco-Klemme war irreparabel defekt. Eine Neuanschaffung war wegen der Abschottung der DDR nicht möglich, ein Nachbau ebensowenig. Ob weitere DDR-Kliniken in dieses „Experiment am lebenden Kind“ eingebunden waren ist derzeit noch unklar. Hier bleibt abzuwarten, ob entsprechende Unterlagen aufgefunden werden oder Betroffene sich zu Wort melden. Obwohl Phimose-OP’s in der DDR ohnehin selten vorkamen sind nach der gescheiterten „Beschneidungsmission“ keine negativen Folgen für nicht beschnittene Jungen und Männer bekannt geworden. Weder Peniskrebs noch andere Krankheiten, denen Beschneidung angeblich vorbeugen soll, traten häufiger auf – im Gegenteil! Glück im Unglück für so manchen später geborenen Berliner Jungen… |

