Historische „Begründungen“

Die Begründungen für die Beschneidung von Jungen änderten sich im Verlauf der Geschichte mehrfach. War es im 19. Jahrhundert die typisch amerikanische Prüderie, die Jungenbeschneidung als Mittel gegen Masturbation auserwählt hatte, musste später die Hygiene als „Argument“ herhalten, mit dem man auch gleich noch alle unbeschnittenen (also natürlich gebliebenen) Jungen als schmutzig und minderwertig disqualifizieren konnte. Diese entwürdigende Denkweise geistert auch heute noch in so manchem Hinterkopf herum.

Einschüchterung und Angstmache vor Geschlechtskrankheiten, Peniskrebs, Gebärmutterhalskrebs oder HIV sind nach wie vor das Damoklesschwert, das so manchen Jungen unters Messer befördert.

Der amerikanische Arzt, Erfinder der Erdnussbutter und Miterfinder der Cornflakes, John Harvey Kellogg (1852 – 1943) empfahl die betäubungslose Beschneidung von Jungen als Mittel gegen Masturbation (Selbstbefriedigung). Damit wollte er einerseits den Strafcharakter der Operation durch Schmerz verdeutlichen und andererseits eine Desensibilisierung (Gefühlsverlust) der nunmehr völlig ungeschützten Eichel erreichen – eine Folge, die nach vollständiger Entfernung der Vorhaut tatsächlich eintritt.

Auch für Mädchen hatte der (übrigens hoch geehrte!) Arzt ein „Rezept“: Behandlung der Klitoris mit unverdünnter Karbolsäure zur Dämpfung der „unnatürlichen Erregung“.

 

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