Grausame Rituale

„Fast überall auf der Welt werden Jungen und Männer beschnitten. So schlimm kann das dann ja wohl nicht sein!“

Solche und ähnliche „Argumente“ hört man oft, wenn es um dieses peinliche Tabuthema geht. Was dabei regelmäßig übersehen wird: Beschneidung ist längst nicht gleich Beschneidung und für einen medizinisch unnötigen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit Minderjähriger gibt es keine Rechtfertigung, nicht einmal durch das Einverständnis der Eltern, egal wie „groß“ oder „klein“ jemand diesen „Schnitt“ persönlich bewerten mag. Worauf beruft man sich, wenn man vorgibt, die Beschneidung von Jungen sei in vielen Teilen der Welt eine eher harmlose Tradition?

Bei den Dowayos in Kamerun ist die Beschneidung ein Fest, bei dem die Jungen zunächst nackt ausgezogen und auf dem Weg zum Beschneidungsplatz von verkleideten Männern angesprungen und massiv verängstigt werden.

Bei der Beschneidung selbst wird fast der gesamte Penis gehäutet und regelrecht abgeschält, was dazu führt, das sich das verstümmelte Glied im Verlauf des weiteren Wachstums völlig deformiert.

Noch weiter gehen einige Aborigines-Stämme in Australien.

Sie schlitzen Jungen und Männern nach der kompletten Entfernung der Vorhaut die gesamte Harnröhre entlang der Unterseite des Penis von der Eichel bis zum Hodensack auf, so dass Urin und Sperma zwischen den Beinen austreten und eine Fortpflanzung mittels normalen Geschlechtsverkehrs nicht mehr möglich ist.
Der Stamm der Luo in Kenia ist einer der wenigen, bei dem Jungen ihre Vorhaut behalten dürfen. Ihnen wird „nur“ das Vorhautbändchen an der Unterseite der Eichel durchtrennt.

Die derzeitige Kampagne der WHO, wonach Beschneidung zumindest einen gewissen Schutz gegen HIV biete, hat dort eine von der Welt weitgehend ignorierte, mit unglaublicher Brutalität geführte Jagd auf unbeschnittene Jungen und Männer ausgelöst. Auch hier schaut die Menschheit weg und das, obwohl die Luo ein durchaus prominentes Stammesmitglied haben: Den Vater des derzeitige US-Präsidenten Barack Obama!

Es bedarf keines allzu großen Aufwandes, um im Internet neben den bunten, festlichen Bildern muslimischer und jüdischer Beschneidungszeremonien auch die ungeschönte Wahrheit dieses religiösen Rituals zu finden.

Da wird ein Junge im Irak mit einem handelsüblichen Brenneisen beschnitten, das eigentlich zum Schneiden von Kunststoffen dient und für medizinische Zwecke (um die es hier ja ohnehin nicht geht) gar nicht zugelassen ist.

Ein algerischer Junge wird in eine Art Schraubstock eingespannt, bevor er ohne Betäubung beschnitten wird.
Nicht selten werden die Jungen von mehreren erwachsenen Männern festgehalten und mit Rasierklingen, Taschenmessern, Glasscherben oder geschliffenen Steinen beschnitten.

All dies sind Prozeduren, die nach deutschem Recht und insbesondere im Wiederholungsfalle mehrjährige Haftstrafen für die Täter nach sich ziehen würden. Es sind gravierende Menschenrechtsverletzungen, die von der Welt dennoch beinahe kommentarlos hingenommen werden.

Tags Kamerun - Aborigines - WHO - HIV
 

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