Dollars und Antifaltencreme aus Babyvorhaut

Ortswechsel. Der Blick über den „großen Teich“, wo in den USA noch immer ca. 50 % aller neugeborenen Jungen sofort nach der Geburt ohne medizinische Indikation und ohne Betäubung beschnitten werden zeigt, wie man aus den Schmerzen neugeborener Jungen ein millionenschweres Geschäft macht.

Babyvorhaut ist ein begehrter „Rohstoff“ für die Pharma- und Kosmetikindustrie. Das Gewebe ist äußerst reproduktiv und mit großer Sicherheit frei von Krankheitserregern. Injizierbares Collagen, gewonnen aus den Vorhäuten neugeborener Jungen, kann die Faltenbildung der alternden Haut vermindern, zum Aufspritzen der Lippen und zur kosmetischen Behandlung von Narben dienen.

Unter dem Namen „Apligraf“ wird weltweit ein Kunsthautprodukt vertrieben, welches ebenfalls aus Babyvorhaut gewonnen wird und den natürlichen Heilungsprozess großflächiger Wunden unterstützt.

Um per Beschneidung an das begehrte Rohmaterial zu kommen, werden amerikanische Jungen gleich nach der Geburt und oftmals ohne Betäubung mit gespreizten Armen und Beinen auf einem sogenannten „Circumstraint“ gefesselt. Dann schiebt der Arzt ein medizinisches Instrument unter ihre verklebte Vorhaut und schält diese von der Eichel ab. Die Babys können sich bei dieser Tortur nicht bewegen. Sie schreien verzweifelt, einige bekommen Krämpfe. Anschließend wird die Vorhaut der Länge nach aufgeschnitten und entweder durch ein Skalpell oder mittels einer speziellen Klemme entfernt.

Der Preis der Eitelkeit: Furchtbare Schmerzen!

„Vorhauternte“ nennt das die Pharmaindustrie und behauptet allen Ernstes, das Ausgangsmaterial stamme von „gespendeten“ Vorhäuten neugeborener Jungen.

Es geht nicht um HIV-Prophylaxe, nicht um Vorsorge gegen Peniskrebs, Gebärmutterhalskrebs, Geschlechtskrankheiten oder um Hygiene.

Die Beschneidung der Vorhaut hat keine nachweisbaren prophylaktischen Effekte auf die Häufigkeit irgendwelcher Krankheiten – ganz im Gegenteil! Die Verbreitung derartiger Pseudoweisheiten sowie der Sensibilitätsverlust der Eichel nach einer Beschneidung führen zu einem leichtfertigeren Umgang mit Kondomen und wechselnden Sexualpartnerinnen. Hinzu kommen die zahlreichen Risiken und Komplikationen während und nach der OP, vor allem in Ländern mit niedrigem medizinischem Standard.

Worum geht es wirklich? Es geht um einen extrem schmerzhaften Eingriff an den Geschlechtsorganen kleiner Jungen, der möglichst sofort nach der Geburt erfolgen muss, weil der Körperteil, den man den Babys raubt, sich später nicht mehr verkaufen lässt. Es geht um Zeit und es geht um Geld!

Das medizinische Equipment, das für die Beschneidung der Säuglinge benötigt wird, ist teuer und sichert etwa in den USA zahlreiche Arbeitsplätze. Eine sogenannte „Gomco-Klemme“, mit der die zuvor aufgeschnittene Vorhaut vom Penis entfernt wird, kostet im Online-Handel zwischen 50 und 300 $. Die etwas brutalere Mogan-Klemme bringt es bei einem Anbieter auf 326 $. Gepfefferte Preise für ein winziges Stück Metall.

 

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